Seit mehr als 20 Jahren: Schenkel-Kartoffeln aus Soest bei REWE

SOEST-ELLINGSEN
Wer denkt, dass es auf Bauernhöfen heute noch gemächlich zugeht, ist auf dem Holzweg. „Just-in-time“ heißt es bei Schenkel Kartoffeln. Der Begriff aus der Industrie beschreibt, dass nur das produziert und geliefert wird, was verbraucht wird – mit möglichst wenig Zwischenstopps und Lager. Auch in Teilen der Landwirtschaft ist diese effiziente Methode das Maß aller Dinge. Zumindest wenn man mit dem Lebensmitteleinzelhandel zusammenarbeitet wie der Betrieb von Wilhelm-Hartwig Schenkel im Soester Norden seit mehr als 20 Jahren.
Vom Feld in den Supermarkt in 24 Stunden
Morgens wird im Sommer bis in den frühen Herbst gerodet, danach sortiert, verpackt und ausgeliefert – gerade so viel, wie die REWE-Märkte in Soest, Bad Sassendorf und im Ruhrgebiet benötigen. Vom Feld zum Supermarkt vergehen nur Stunden bis maximal ein Tag. Die Frühkartoffeln machen ihrem Namen alle Ehre. Die gesamte Wertschöpfungskette, vom Anbau der Kartoffeln bis zur Verpackung und Warenpräsentation im Supermarkt, ist in der Hand von Landwirt Schenkel und seinem 14-köpfigen Team.
DAS BESONDERE DER ELLINGSER KARTOFFELN
SAMTHANDSCHUHE STATT SCHWERES GERÄT
Schenkel ist ein Tüftler. Um seine Kartoffeln möglichst schonend zu pflanzen, zu ernten und zu verpacken, legt der Hobby-Maschinenbauer sehr viel Hand an und baut Maschinen um oder erfindet sie sogar neu. Damit kann er den schonenden Umgang mit den Knollen selbst besser kontrollieren, auf die eine oder andere chemische Behandlung ganz verzichten und zudem teures Gerät sparen.
SCHONENDE BEHANDLUNG DES BODENS
Er setzt außerdem auf die sog. Minimalbodenbearbeitung. Das bedeutet, er verzichtet bewusst auf das Umpflügen großer Schollen mit schweren Maschinen, um den Wasserhaushalt des Lößbodens zu erhalten. Zusätzlich arbeitet der Betrieb mit einem Parapflug, der den Boden ca. 15 cm anhebt und ihn wieder in seinen Ursprung zurückfallen lässt. „Man muss dem Boden auch Zeit zum Ruhen geben“, so der Landwirt und erklärt warum: „Das ist wichtig, um die Wasserkapillaren* im Boden zu erhalten und die Pflanzen optimal mit Feuchtigkeit versorgen – quasi wie eine Tröpfchenbewässerung“. Hinzu kommt ein gewisser Gasaustausch, den die Pflanzen und die Bodenlebewesen zum Humusaufbau schätzen. [*Hinweis: Bodenkapillare sind feine Poren und Hohlräume, die das Wasser in verschiedenen Bodenschichten halten, unabhängig von der Schwerkraft.]
GUTE VERSORGUNG DER PFLANZEN SORGEN FĂśR GELBE KARTOFFELN UND GUTEN GESCHMACK
Beim Düngen hat Schenkel auch seine eigene Philosophie: für seine Kartoffelpflanzen nur das Beste. Die gelbe Farbe und den guten Geschmack seiner Kartoffeln schreibt der Landwirt u. a. einem speziellen Meeresdünger zu, „der viel salzige Seeluft geatmet hat“, wie Schenkel es nennt. Magnesium, Kalium und Mehrnährstoffdünger tun ihr Übriges.
CHEMIE NUR, WENN ES NICHT ANDERS GEHT
Ganz umgehen kann Schenkel die Chemie nicht. Er ist jedoch darauf bedacht, so wenig wie möglich Spritzmittel einzusetzen. Nicht nur, weil „das Zeug verdammt teuer ist“, wie die Bauern oft sagen, sondern weil es manchmal einfach nicht ohne geht. Die Kartoffel ist nämlich extrem anfällig. Bei zu viel Regen drohen Verluste durch Feuchtigkeit, In dem Fall kommen Fungizide gegen Pilzbefall zum Einsatz. Ein Pilz wĂĽrde schnell die gesamte Ernte vernichten. Schenkel wäre nicht mehr lieferfähig. Seine Kunden, die REWE-Märkte in der Region und im Ruhrgebiet, wäre er los und damit die Aufbauarbeit von 20 Jahren.Â
Sie liebt es kĂĽhl und DUNKEL
Abgesehen vom Frühkartoffel-Geschäft, das bei Schenkel so gut wie ohne Lagerhaltung zwischen Feld und Supermarkt auskommt, spielt auf dem Hof die richtige Lagerung der Kartoffeln eine wesentliche Rolle – und zwar ausschließlich im Dunkeln. Große Scheunenflächen sind dafür genau auf 4-5 Grad heruntergekühlt. Schwanken die Temperaturen im Winter stark in die eine oder andere Richtung, müssen die Kartoffeln in besondere Lager gebracht werden, weil sie sonst verderben würden. Nur so halten die empfindlichen Knollen von Oktober bis April ihre Festigkeit und ihren Geschmack, bevor es im Sommer wieder frische Kartoffeln gibt. Der Kreislauf beginnt dann von vorn. (>Im Kreis Soest wachsen mehr Pommes als Speisekartoffeln)
HOF SCHENKEL SEIT 1706 – DIE 5. Generation steht bereit
Auf halber Strecke zwischen Soest und Oestinghausen, direkt an der B 475, liegt der Hof von Familie Schenkel. Schenkel Senior, Landwirt und Agraringenieur, Hobby-Maschinenbauer und Bauer aus Leidenschaft, bewirtschaftet den Hof in der vierten Generation. Seit ĂĽber 50 Jahren baut die Familie in der Soester Börde Kartoffeln an. Mit Sohn Jan-Hendrik steht die fĂĽnfte Generation in den Startlöchern. Er hilft regelmäßig auf dem Hof mit, hat gerade seinen Schulabschluss gemacht und eine landwirtschaftliche Ausbildung in der Nähe von Hannover begonnen.Â
Schenkel hat den Kartoffelanbau seiner Vorfahren professionalisiert und den Zwiebelanbau dazu genommen. Seine Flächen erstrecken sich von Soest-Ellingsen, über Katrop und Meckingsen bis Hattropholsen. 25 Prozent seiner Flächen bestellt er mit Kartoffeln, fünf Prozent mit Zwiebeln. Auf 70 Prozent seiner Äcker im Soester Norden wachsen Weizen, Zuckerrüben und Zwischenfrüchte und neue Sorten wie Dinkel, mit denen er experimentiert. Mit 6-8 Tonnen Speisekartoffeln, die er alle zwei Tage im Sommer rodet und an REWE ausliefert „bin ich schon eine Hausnummer“, behauptet der Landwirt von sich selbstbewusst und mit Stolz. Industriekartoffeln für Pommes, Chips und andere Kartoffelprodukte baut er nicht an.
ZukĂĽnftige Herausforderungen
Vielen Bauern ist der SpaĂź an der Arbeit vergangen. Niedrige Preise fĂĽr ihre Produkte, hohe Investitionen in ihre Betriebe mit Wirtschaftlichkeitsrechnung, die durch neue Gesetze immer wieder zunichtegemacht werden, Preissteigerungen, Klimawandel – manch einer sieht in der Landwirtschaft keine Zukunft mehr. Schenkel Junior will es dennoch wagen und in die FuĂźstapfen seines Vaters treten. Dessen Aufbauarbeit ist die Plattform, auf der Sohn Jan-Hendrik weiter machen will. Dennoch rät Schenkel Senior: „Stell dich breit auf. Mach dein Abi, eine Ausbildung und ggf. ein Studium. Begib dich nicht in die Abhängigkeit nur einer Sache.“ Das macht der SchĂĽler nun und will dann mit Kartoffeln und Ackerbau starten – und mit jeder Menge Ideen. Und er hält sich eine HintertĂĽr offen fĂĽr die Arbeit in anderen Bereiche der Landwirtschaft. Nur fĂĽr den Fall, dass es fĂĽr Familienbetriebe in der Landwirtschaft noch schwieriger wird als es ohnehin schon ist. Â
Wann gibt es was bei Schenkel?
- Kartoffeln (ganzjährig, frisch: Juli – Oktober)
- Zwiebeln (ganzjährig, frisch: Juni – Oktober)
- Äpfel (ganzjährig)
- Erdbeeren (Saison: Mai – Juli)
- Spargel (April-Juni)
- Blaubeeren (Juli-Oktober)
ÄPFEL UND BLAUBEEREN
Schenkel kooperiert bei Ă„pfeln mit einem Betrieb im Alten Land (Apfelanbauregion in Niedersachsen), von dem er mehrmals die Woche frische Ă„pfel holt.Â
Auch mit dem ältesten Anbaubetrieb fĂĽr Blaubeerkulturen in Niedersachsen arbeitet Schenkel eng zusammen. Auf dem Hof in Ellingsen erhält man daher nicht nur Blaubeeren, sondern auch Blaubeersaft, Blaubeerwein, Marmelade und KonfitĂĽre aus Blaubeeren und viele mehr. Â
Ă–ffnungszeiten
AB HOF
(MO-FR 8:00 – 18:00 UHR, SA 8:00 – 12:00 UHR)
Schenkel Kartoffeln gibt es ab Hof, auch ohne Hofladen. Da der Hof den ganzen Tag besetzt ist, geben die Mitarbeitenden Kartoffeln, Zwiebeln und andere Saisonprodukte wie Spargel, Erdbeeren, Äpfel oder Blaubeeren raus. Rufen oder reingehen hilft, wenn niemand in Sichtweite ist.
AM VERKAUFSSTAND
(IN DER SAISON FR, SA, SO 10:00 – 19:00 UHR)
Direkt an der B 475 (Abzweigung Ellingsen/Thöningsen). Die Öffnungszeiten können je nach Saison abweichen. Bitte auf Schilder am Straßenrand achten!
REWEÂ
(7:30 – 20:00 UHR)
REWE Stolper, Bad Sassendorf, Im Schulzenhof 1a (ggĂĽ. Rathaus)
REWE Stolper, Soest, JakobistraĂźe 9 (Potsdamer Platz)
REWE-Center Stolper, Soest, Clevische StraĂźe 12 (alte B1/Werler LandstraĂźe)
Â
REWE-MÄRKTE IM RUHRGEBIET
(individuelle Ă–ffnungszeiten)
REWE in Unna
REWE in Dortmund
REWE in Wuppertal
REWE in Hagen
REWE in Hohenlimburg
REWE im Ruhrtal
Die hier aufgefĂĽhrten Bezugsquellen und Ă–ffnungszeiten können von den tatsächlichen abweichen! Ă„nderungen liegen im Verantwortungsbereich der produzierenden Betriebe, Märkte und Verkaufsstellen. Â
Bildquellen (eigene Fotos nur in Kombination mit externen Quellen genannt))
- schenkel_w.-h. schenkel_j.-h. schenkel: bild aus video: markus baumeister
- logo_hof schenkel: Schenkel
- schenkel luftbild_drohne_video: bild aus video: markus baumeister
